Wie läuft eine Ankörung ab?

Die Ankörung besteht aus zwei Teilprüfungen: einem Verhaltens- und einem Exterieurtest. Damit Sie Ihren Hund optimal auf diesen Anlass vorbereiten können, empfehlen wir Ihnen, vorgängig schon einmal eine Ankörung oder eine Ausstellung zu besuchen. Wann die nächsten Ankörungen und Ausstellungen stattfinden, entnehmen Sie unserer Agenda.

 

An der Ankörung wird der Chip des Hundes mit einem Lesegerät kontrolliert. Ausserdem wird er mit einem Körmass vermessen. Auch das können Sie schon im Vorfeld üben, auch wenn Sie selbst über kein Chiplese- oder Messgerät verfügen. Unser Zuchtwart Willi Vögeli gibt Ihnen gerne Auskunft.

Nur keine Hektik!

Was Sie und Ihr Hund an der Ankörung gar nicht gebrauchen können, ist Hektik. Treffen Sie deshalb in gelöster Stimmung und rechtzeitig auf dem Platz ein und geben Sie Ihrem Hund genügend Zeit, sich einzulaufen und sich zu versäubern.

 

Falls der Hund mehrere Bezugspersonen hat, empfehlen wir Ihnen, dass alle zusammen zum Verhaltens- und zum Exterieurtest mitgehen. Sollte der Hund aber dadurch zu stark abgelenkt werden, wird die Begleitperson ev. dazu aufgefordert, sich vom Testgelände zu entfernen.

Der Verhaltenstest

Beim Verhaltenstest werden die Reaktionen des Hundes auf fremde Personen, optische und akustische Umweltreize sowie seine Beziehung zum Hundeführer bzw. zur Hundeführerin beurteilt. Folgende Fragen sollen geklärt werden: Was für ein Temperament hat Ihr Hund? Wie schnell ist er erregbar? Beruhigt er sich rasch wieder? Orientiert er sich an Ihnen? Dabei darf der Hund kein ängstliches oder aggressives Verhalten zeigen.

 

Und so läuft der Test ab:

  1. Zuerst stellt Ihnen der Verhaltensrichter bzw. die Verhaltensrichterin anhand eines Fragebogens diverse Fragen zu den Lebensumständen und Gewohnheiten Ihres Hundes. Währenddessen kann sich Ihr Hund frei bewegen und sich an das Gelände gewöhnen.
  2. Nun stellt sich die ca. zehnköpfige Personengruppe auf verschiedene Kommandos des Verhaltensrichters immer wieder neu auf, zum Beispiel in einer Reihe oder in einem Spalier. Sie gehen mit Ihrem freilaufenden Hund durch die Gruppe hindurch. Wenn Ihr Hund wegläuft oder schnüffeln geht, dann rufen ihn zu sich. Zum Schluss bildet die Personengruppe einen Kreis, und Sie begeben sich mit Ihrem Hund in die Mitte. Darauf wird der Kreis mehrmals in unterschiedlichem Tempo geschlossen und wieder geöffnet - zuletzt mit Händeklatschen.
  3. Nun gilt es, mit Ihrem Hund einen Parcours zu absolvieren, der aus verschiedenen Gegenständen, Hindernissen und Geräuschen besteht. Da sind zum Beispiel Schirme, die geöffnet und geschlossen werden, ein grosser Stoffhund, der plötzlich aus einem Zelt herausgezogen wird, ein Vorhang mit bunten Bändern und Petflaschen sowie ein Knall, den der Verhaltensrichter durch das Zusammenschlagen von zwei Brettern erzeugt.
  4. Gleich nach dem Test wird Ihnen das Ergebnis mündlich bekannt gegeben. Folgende Wertungen sind möglich: Bestanden, nicht bestanden, zurückgestellt. Letzteres bedeutet, dass Sie den Verhaltenstest mit Ihrem Hund nach einer Frist von sechs Monaten noch einmal wiederholen können.

Der Exterieurtest

Beim Exterieurtest werden das äussere Erscheinungsbild und die Gesundheit Ihres Hundes beurteilt. Ihr Hund sollte einige Minuten ruhig auf dem Tisch stehen können und sich von den Richtern untersuchen lassen. Dabei wird er nicht nur mit dem Körmass vermessen, sondern auch mehrfach angefasst. Für die Gebisskontrolle wird ins Maul geschaut, und bei Rüden werden die Hoden abgetastet.

 

Anschliessend wird das Gangbild Ihres Hundes angeschaut. Sie müssen Ihren Hund in flüssigem Trab vorführen und auf Kommando des Richters ein paar Richtungswechsel machen. Wichtig: Sie führen Ihren Hund immer auf Ihrer linken Seite an lockerer Leine.

 

Gleich nach dem Test wird Ihnen das Ergebnis mündlich bekannt gegeben. Folgende Wertungen sind möglich: Bestanden, nicht bestanden, zurückgestellt. Letzteres bedeutet, dass Sie den Exterieurtest mit Ihrem Hund nach einer Frist von sechs Monaten noch einmal wiederholen können, sofern Sie den Verhaltenstest bestanden haben. Falls er bestanden hat, bekommt Ihr Hund noch eine Note für sein äusseres Erscheinungsbild, die von «gut» über «sehr gut» bis hin zu «vorzüglich» gehen kann. Für die Zucht zugelassen werden nur Hunde, die mindestens ein «Sehr gut» erhalten haben.

Die Interpretation des Ergebnisses

Angekört und damit zur Zucht zugelassen ist Ihr Hund, wenn er sowohl den Verhaltens- als auch den Exterieurtest bestanden hat und für sein äusseres Erscheinungsbild mindestens die Note «sehr gut» erhalten hat.

 

Nicht angekört ist Ihr Hund, wenn er eine oder beide Teilprüfungen nicht bestanden hat.

 

Zurückgestellt ist Ihr Hund, wenn er eine Teilprüfung nicht bestanden hat und diese wiederholen kann. In diesem Fall können Sie mit ihm nach einer Frist von sechs Monaten erneut zum Prüfungsteil antreten, den er nicht bestanden hat. Den bereits bestandenen Teil müssen Sie nicht wiederholen.

 

Ihre detaillierte schriftliche Bewertung erhalten Sie innerhalb von zehn Tagen nach der Ankörung schriftlich.

Logo Schweizerischer Club für Appenzeller Sennenhunde